Krimi​

Zum Krimi-Fan wurde ich, als ich meine Diplomarbeit geschrieben habe. Ich brauchte Ablenkung. Damals wusste ich noch nicht, wie wunderbar und unterschiedlich dieses Genre ist. Inzwischen habe ich mich durch eine Vielzahl an Subgenres gelesen und entdecke immer noch neue. Ein paar meiner absoluten Lieblinge sind V.I. Warshawski von Sara Paretsky, Komissar Adamsberg von Fred Vargas, Miss Fisher von Kerry Greenwood, Rosina von Petra Oelker, das A-Team von Arne Dahl. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Ich hoffe meine Ermittlerin Nina Hempel schafft es auch einmal auf eure Favoritenliste.

Broilerkomplott

Cover des Romans Broilerkomplott

Bock auf scharfe Schenkel?, so lautet der neue Slogan vom Geflügel- und Wurstgroßhandel Scherer. Halb Berlin ist zugekleistert mit der sexistischen Fleischfresserwerbung. Und nun will die Scherer auch noch Geld aus dem Fördertopf für strukturschwache Regionen, um den verödeten Sonnenhof zum Hühnermastbetrieb umzubauen. Das Ganze treibt Toni und ihre WG schier in den Wahnsinn. Zeit für eine öffentlichkeitswirksame Protestaktion. Doch es läuft anders als gedacht: Plötzlich werden sie Zeuginnen eines Mordes, dann Verdächtige, und müssen schleunigst untertauchen!

Indessen versauert Nina Hempel in ihrem Provinzrevier, hadert mit ihrem Job als Cop. Da taucht im Intranet eine Meldung auf: Angeblich wurde der Chauffeur der Geflügelhändlerin Beate Scherer ermordet. Wirtschaftskriminalität, Eifersuchtsdrama, Mord aus Habgier? Aber nein, es gibt gar keine Leiche. Falscher Alarm. Wie immer.

Im Morgengrauen kommt allerdings eine Unfallmeldung rein: Bei den Spreewiesen klebt ein verkohltes Autowrack am Baum. Am Steuer ein Toter, schlimmer Anblick. Doch das Fahrzeug ist ein Dienstwagen, und prompt wird Hempel wieder hellhörig: Da war doch was mit einem Chauffeur?

Broilerkomplott erscheint am 10. März 2025 bei ariadne

Rezensionen

„Was für ein tolles Krimidebüt!
In Brandenburg (und auch Berlin) begleiten wir die beiden Protagonistinnen bei ihren jeweiligen „Fällen“. Zum einen ist das Toni, eine junge Umweltaktivistin, die mit einer kleinen Gruppe Aktionen gegen den Fleisch- und Wurstgroßhandel Scherer begeht. Bei einer dieser Aktionen werden sie Zeugen eines Mordes und sind von nun an in eine Sache geworfen, die mindestens zwei Nummern zu groß für sie ist.
Zum anderen ist da Nina, eine Polizistin aus Brandenburg, für die Verkehrsdelikte, Fahrraddiebstähle und Sommerfestschlägereien der graue Alltag sind. Bis dann ein anonymer Hinweis auf einen Mord eingeht.

Ziemlich ungewöhnlich für die Krimireihe Ariadne vom Argument Verlag, dass a.) eine professionelle Ermittlerin/Polizistin „erlaubt“ ist, und b.) es gleich zwei gleichwertige Protagonistinnen sind. Wie Anna Mai beide Figuren und beide Erzählstränge verknüpft, ist aber ganz großes Lesevergnügen. Und das Menschliche, Unfertige bei beiden ist außergewöhnlich realitätsnah dargestellt. Und auch endlich mal in einem Ton wie aus dem Leben und nicht aus irgendeinem bescheuerten Drehbuch der 95. Vorabendserie.

Ich bin wahrlich kein Fan von Serien, aber hier wünsche ich mir dann doch schon jetzt eine Fortsetzung. Mindestens eine …!

Mein Fazit: „Hardbroiled“!“

Christian Koch
8. März 2025

Lesungen & Termine

28.3.2025 12 Uhr
Lesung in Halle 5 auf der Buchmesse Leipzig

28.3.2025 16:30 Uhr
Krimi als gesellschaftliche Sonde? – Dialog zwischen Krimiautorin und Verlegerin im Forum Literatur / Leipzig

28.3.2025 22 Uhr
Lesung im Krimikeller Leipzig

Spannung

Humor

Liebe

Umweltengagement